| Nanoskalige Elektron-Phonon Wechselwirkung (nanosize polaronic quasiparticles) |
Polaronen entstehen
aus einer Elektron-Phonon-Kopplung und werden in vielen optischen Materialien
nach Anregung mit kurzen intensiven Lichtpulsen beobachtet. Mit der Erzeugung
polaronischer Zustände ist eine Änderung der Materialabsorption
verbunden (lichtinduzierte Absorption), deren Zeitverhalten und Dispersion
charakteristisch von der Art und Dichte der intrinsischen Defektstelle abhängen.
Mittels zeitaufgelöster Excited-State-Absorption-Spectroscopy (ESA-Spektroskopie)
untersuchen wir das Auftreten und Rekombinationsverhalten von Polaronen
speziell in Materialien für die nichtlineare Optik. Im Anwendungsbereich
von gepulsten Lasersystemen sind ultrakurze photochrome Prozesse für
die optische Zerstörschwelle verantwortlich. Externe Parameter bei unseren
Untersuchungen sind Temperatur, Pumplichtwellenlänge, - polarisation,
- und intensität. Im Rahmen unseres neu geförderten Projekts "Holographische
Kurzzeitspektroskopie" (DFG, IM 37 /5-1) entwickeln wir neue Methoden auf
der Basis der dynamischen Vierwellenmischung zur Untersuchung des Transportverhaltens
lokalisierter Ladungsträger. |
| Vierwellenmischung mit optisch schaltbaren Molekülen |
| In der Substanzklasse der Nitroyslprussiate können metastabile Elektronenzustände durch Bestrahlung mit Licht erzeugt und vollständig reversibel wieder in den Grundzustand zurückgeführt werden. Da die Erzeugung mit einer ausgesprochen grossen Änderung des Absorptionskoeffizienten (Da>100cm-1) und des Brechwertes (Dn>1.10-2) begleitet ist, sind diese Materialien besonders für den Bereich der hologaphischen Datenspeicherung und für die Entwicklung schneller optischer Schalter interessant. Die Lebensdauer der metastabilen Zustände ist durch die Temperatur in einem weiten Bereich einstellbar (>1000 Jahre unterhalb von T=200K und <1 Millisekunden bei RT), was die Untersuchung der optischen Eigenschaften mit verschiedenen Messmethoden erlaubt. Ziel unserer Untersuchung ist die Aufklärung der Natur der metastabilen Elektronenzustände. |
| Raumladungswellen in (ultra-)dünnen halbleitenden Schichten |
| Bei Beleuchtung mit einem oszillierenden Lichtinterferenzmuster können in (halbisolierenden) Halbleitern unter Anlegen eines elektrischen Gleichfeldes Eigenschwingungen der lichtinduzierten Raumladungsverteilung angeregt werden. Die Anregung dieser Raumladungswellen kann resonant erfolgen, wenn die Frequenz der Lichtoszillation mit der Eigenfrequenz der Raumladungswelle übereinstimmt. Mit dieser Methode lassen sich nichtlineare Wechselwirkungen der Raumladungswellen untereinander und verschiedene nichtlineare Effekte untersuchen. Es treten dabei Effekte auf, die aus der nichtlinearen Optik bekannt sind, wie die räumliche und zeitliche Gleichrichtung. Besonders interessant sind Effekte ohne Analogon, wie die räumliche, aber nicht zeitliche Gleichrichtung. Die Methode erlaubt die Bestimmung verschiedener Materialparameter der untersuchten Proben. Neben photorefraktiven Kristallen sollen diese Untersuchungen an Halbleitern durchgeführt und auf dünne Schichten erweitert werden. |
| Photoinduzierte Lichtstreuung |
| Nichtlineare
Lichtstreuung tritt in allen photorefraktiven Kristallen bei Beleuchtung
mit kohärentem Pumplicht auf. Initiale Streuprozesse an Inhomogenitäten
des Kristalls führen zu einer Vielzahl an Streuwellen, die mit der
Pumpwelle interferieren. Das entstehende Interferogramm wird über
den photorefraktiven Effekt in eine Modulation des Brechwertes umgewandelt,
an der im Folgenden die Pumpwelle gebeugt wird. Es entsteht eine Streulichtverteilung
um den direkt transmittierten Laserlicht, das durch nichtlineare Effekte
(z.B. Strahlkopplung) verstärkt werden kann. Die Untersuchung holographischer Lichtstreuung erlaubt daher die Analyse photorefraktiver Kristalle, auch wenn sie für die Anwendung störend ist. |
| Optical Damage bei der Frequenzkonversion |
| Für
die intra-cavitiy Frequenzverdopplung in Nd:YAG-Festkörperlasern
werden in der Industrie hydrothermal gezogene KTiOPO4 Kristalle
eingesetzt. Diese Kristalle weisen grosse nichtlineare optische Koeffizienten
auf (=hohe Effizienz) und können aufgrund der grossen Doppelbrechung
zugleich als Modenfilter eingesetzt werden. Die Phasenanpassung erfolgt
nach Typ II. Ein grundlegendes Problem beim Einsatz dieser Kristalle ist
die Lebensdauer. Durch die hohe Bestrahlung im Betrieb zeigen die Kristalle
zwei Alterungseffekte, zum einen das sogenannte "grey-tracking", zum anderen
eine lichtinduzierte Änderung des Brechwertes. Die physikalischen
Prozesse, die zur Entstehung des photorefraktiven Verhaltens führen,
sind weitgehend unbekannt, so dass wir die Kristalle mit holographischen
und elektrischen Messmethoden untersuchen. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Untersuchung liegt in der Substanzklasse der Borate, die für die Frequenzverdopplung und -mischung in den ultravioletten Spektralbereich genutzt werden können. |
| Lichtgestütztes Schaltverhalten ferroelektrischer nano- und mikro-Domänen |
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In relaxorartigen ferroelektrischen Kristallen,
wie Strontium-Barium-Niobat, verschwindet der Ordnungsparamter (Spontanpolarisierung)
nicht kritisch bei der Curie-Temperatur, sondern weist auch weit oberhalb
einer mittleren Übergangstemperatur nichtverschwindende Werte auf. Dies
ermöglicht es den Phasenübergang von Relaxorferroelektrika mit
optischen, speziell photorefraktiven Methoden zu untersuchen, da das Auftreten
der nichtlinear optischen Phänomene von der Existenz der Spontanpolarisierung
abhängt. Der Vorteil optischer Methoden gegenüber klassischen elektrischen
ist die Möglichkeit Informationen aus dem Volumen mit hoher Ortsauflösung
zu erhalten (zB SHG-Topographie) und auch die berührungslose Untersuchung.
Am Beispiel von SBN haben wir bereits eine Reihe von neuen Informationen
über die Prozesse erhalten, die für das relaxorartige Phasenübergangsverhalten
verantwortlich sind. So konnte zum Beispiel eine Temperaturabhängigkeit
der Übergangstemperatur von der Größe der ferroelektrischen
Domänen experimentell gefunden werden.
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| Holographische Datenspeicherung |
Mit dem Verfahren der holographischen Datenspeicherung können
extrem grossen Speicherdichten erreicht werden, so dass eine große
Datenkapazi tät in einem kleinem Volumen abgelegt werden kann. Werden oxidische Materialien, wie LiNbO3:Fe als Speichermedium verwendet, kann die Speicherdauer durch geeignete Verfahren (thermisches Fixieren) auf über 100 Jahre gesteigert werden. Da es sich um eine parallel Datenspeicherung handelt müssen die zu speicherndern Daten in einer zweidimensionale Datenseite angeordnet werden bevor sie über eine Maske (2D-Flüssigkristall) in den Kristall holographisch eingeschrieben werden können. Die Rekonstruktion der Daten erfolgt durch die Aufnahme der rekonstruierten Datenseite mit einem Kamerasystem (CCD) und anschliessender Bildverarbeitung. Um die Bit-Fehler-Rate zu reduzieren werden Kodieralgorithmen den Daten überlagert. Wir beschäftigen uns mit der Optimierung der Kodier-Schreib-Lese-Rekonstruktions- und Dekodierprozesse unter Berücksichtigung der optischen und holographischen Aufbauten, sowie der Speichermedien. |
| Dynamische Wellenlängenfilter |
| Von besonderem Interesse im Anwendungsgebiet photorefraktiver Materialien sind solche mit hohen Ansprechzeiten, d.h. Materialien, bei denen der Brechwert durch Lichtbestrahlung im Bereich von Millisekunden und weniger verändert werden kann. Geeignet sind hierfür die Materialien BGO und BSO, die zum Beispiel für die Doppelbelichtungsinterferometrie eingesetzt werden mit Ansprechzeiten im Sekundenbereich. Schnellere photorefraktive Materialien sind bislang nicht bekannt. Wir verfolgen daher einen neuen Ansatz: In der Substanzklasse der Nitrosylprussiate ist die Lebensdauer der metastabilen Elektronenzustände von der Temperatur abhängig. So kann der Brechwert um bis zu 10-2 bei tiefen Temperaturen (T=100K) mit einer Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten durch Lichtbestrahlung geändert werden. Bei Raumtemperatur ist die Lebensdauer der metastabilen Elektronenzustände allerdings sehr klein und liegt im Bereich weniger Millisekunden. Da auch hier eine Brechwertänderung zu erwarten ist kann man mittels Pulslichtbeleuchtung Hologramme sehr schnell schreiben, die auch sehr schnell zerfallen. Damit wollen wirl Wellenlängenfilter für die Telekommunikation realisieren, deren Filtereigenschaften schnell und gezielt geändert werden können. |
| Virtuelle holographische Oberflächen (VHO) |
VHOs sind Displayhologramme
mit integrierter Rekonstruktionsbeleuchtung und der Möglichkeit des
interaktiven Winkelmultiplexings. Die Abbildung zeigt eine Designidee einer
Kombinationsanzeige wie sie beispielweise für einen tragbaren CD-Recorder
sinnvoll wäre: Im Vordergrund "schwebt" das holographische Bedienungsmenü
und im Hintergrund zeigt der LCD-Bildschirm die Filmsequenz. Das Menü
wird durch die Annäherung mit dem Finger aktiviert und hat 5 Multiplexvarianten,
wobei zusätzliche Informationen durch den LCD-Screen angezeigt werden
können (z.B. Titel eines Musikstücks). Nach der Auswahl der Funktion
wird das Menü langsam ausgeblendet um die Ansicht auf den dahinter liegenden
LCD-Bildschirm freizugeben. Das Gesamtdesign eines solchen tragbaren Gerätes
kann auf die Ausmaße einer CD-Hülle beschränkt werden. Die
Frontseite trägt dabei flächendeckend das VHO mit dem dahinter
liegenden LCD-Bildschirm und der CD-Einschub kann seitlich erfolgen.
VHOs zeichnen sich durch ihre breite Einsetzbarkeit und durch den hohen Sicherheitsaspekt aus. Die Aktivitäten im Bereich der VHOs haben wir in die Firma Holozone GmbH ausgegründet. |